Was der demografische Wandel der Stadt und dem Kreis Würzburg beschert

Senioren müssen sich zu helfen wissen. Ein Artikel aus unserer Reihe "Innovative Techniken für ältere Menschen".

Neues zu lernen, dafür ist es nie zu spät. Der beste Beweis ist das Würzburger Internetcafé „Von Senioren für Senioren“: Hier tauchen ältere Menschen in die für sie zunächst fremde Welt des weltweiten Netzes ein. Meist dauert es nicht lange, bis sie vertraut sind mit Internet, Mailverkehr und Google-Recherche. Bereit zu sein, sich auf neue Techniken einzulassen, das wird immer wichtiger, sagt Herbert Schmidt vom Würzburger Seniorenforum: „Der demografische Wandel macht dies notwendig.“

Noch liegen die Daten der vom Kabinett 2011 beschlossenen Volkszählung nicht vor. Doch eine generelle Trendwende in Sachen demografischem Wandel dürfte es auch mit den neuesten Zahlen nicht geben, bestätigt Jan Kurzidim vom Statistischen Landesamt. Demnach wird die Anzahl der betagten Menschen sowohl in Stadt als auch in Kreis Würzburg bis zum Jahr 2031 deutlich wachsen.

Auch wenn Prognosen immer nur einen begrenzten Aussagewert haben, sind sie doch sehr nützlich, um sich auf das, was eintreten kann, vorzubereiten. Fakt ist, dass von den 133.800 Menschen, die im Jahr 2011 in Würzburg lebten, bereits 13.000 älter als 75 Jahre waren. Im Jahr 2031 wird die Einwohnerzahl Würzburgs voraussichtlich 134.600 Menschen betragen. 15.600 Männer und Frauen werden dann älter als 75 Jahre sein.

Dieser Zuwachs um 2.600 Senioren macht sehr viel aus. Zumal gleichzeitig die Zahl der Menschen aus der hochproduktiven Lebensphase – also zwischen dem 25. und dem 40. Lebensjahr – sinken wird. 2011 lebten in der Stadt Würzburg 31.700 Menschen in dieser Altersgruppe. 20 Jahre später wird wohl nur noch 31.200 junge Menschen zwischen 25 und 40 Jahren geben. Das bedeutet auch, dass sich weniger jüngere Menschen um mehr ältere Menschen kümmern können. Ältere müssen sich also zunehmend selbst zu helfen wissen. Zum Beispiel durch technische Assistenzsysteme. Hierrauf werden wir in den nächsten Artikeln aus dieser Reihe eingehen

Auch eine attraktive Studentenstadt wie Würzburg muss also Federn lassen. Den Berechnungen des Statistischen Landesamtes zufolge wird der Altersdurchschnitt insgesamt deutlich ansteigen. Lag er im Jahr 2011 erst bei 42,7 Jahren, wird er 20 Jahre später wahrscheinlich bei 45,1 Jahren angesiedelt sein.

Dass Würzburg drastisch altert, beweist schließlich auch der Altersquotient. Er vergleicht, wie viele Menschen über 65 Jahre auf 100 Erwerbsfähige im Alter zwischen 20 und 64 Jahren kommen. Aktuell liegt der Altersquotient bei unter 30. In knapp 20 Jahren hingegen werden 40 Senioren auf die Gruppe der Menschen im klassisch erwerbstätigen Alter kommen. Damit ist auch der Altersquotient ein weiteres Indiz dafür, wie wichtig es für Seniorinnen und Senioren ist, Möglichkeiten – nicht zuletzt technischer Natur – zu finden, um künftig mit weniger Assistenz durch jüngere Menschen in ihrem Alltag klarzukommen.

Im Landkreis Würzburg sind die demografische Entwicklung und damit auch das Verhältnis zwischen Jungen und Alten noch wesentlich krasser ausgeprägt. Momentan liegt auch hier der Altersquotient noch bei 30. Doch in 20 Jahren wird er voraussichtlich auf über 50 hochgeschnellt sein. Laut dem Statistischen Landesamt wird die Zahl der Senioren im Landkreis insgesamt deutlich stärker wachsen als in der Stadt.

Die Gesamtzahl der Menschen über 75 Jahren liegt demnach aktuell bei rund 14.000 von knapp 160.000 Einwohnern. 2031 wird sie auf 21.100 schnellen – bei einer sinkenden Gesamtbevölkerungszahl. Der Anstieg des Durchschnittsalters im Landkreis liegt laut Jan Kurzidim deutlich über dem in Bayern. Schon heute ist der Kreis „älter“ als die Stadt: Der Altersdurchschnitt beträgt 43,3 Jahre. In knapp 20 Jahren wird er bei fast 48 Jahren liegen.

Die Statistik sagt zwar auch aus, dass die Alterung der Gesellschaft in anderen Kommunen Unterfrankens noch rascher voranschreiten wird als in Stadt und Kreis Würzburg. So werden die Menschen im Kreis Bad Kissingen 2031 voraussichtlich im Durschnitt über 50 Jahre zählen. Aber das darf für Würzburg sicherlich keine Beruhigung sein. Im Gegenteil. Alles ist daran zu setzen, damit ältere Menschen auch künftig mit hoher Lebensqualität in der Stadt wohnen können.

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