Treppenlifte – Die Seniorenvertretung unterwegs

„…wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen…“.

Von links nach rechts: Frau Ingendahl, Herr Honsel, Herr Nied, Frau Rose, Frau Gruber
So geht es uns auch. Wir, der Arbeitskreis ‚Leben und Wohnen im Alter’, hatte eine Betriebsbesichtigung beim Hersteller eines Liftsystems organisiert.
Als Fazit kann ich vorweg nehmen: Wir waren erstaunt, was wir gesehen und erfahren haben!

Klar, niemand wünscht sich, dass er mal in die Lage kommt, sich über die Nutzung eines Treppenlifts informieren zu müssen – aber jeden von uns kann es treffen. Und nicht nur uns Seniorinnen und Senioren sondern leider auch junge Menschen in unserem sozialen Umfeld.

Es gibt drei grundsätzlich verschiedene Varianten:

1. den allseits bekannten Seiten geführten Lift,
2. den wohl kaum bekannten Hängelift
3. die so genannte Treppenraupe

Bild mit Frau Ingendahl
Wohl jeder von uns kennt den Seiten geführten Lift, (ich nenne ihn der Einfachheit halber Treppenlift) bei der eine Sitzvorrichtung an einer Schiene am Treppengeländer bzw. an der Seitenwand des Treppenhauses entlang führt. In
fast jeder kostenlos verteilten Zeitung, in Fernsehzeitschriften und anderen Magazinen finden wir die Annoncen, in denen diese Treppenlifte angeboten werden. Sogar in der Fernsehwerbung können wir sehen, wie die ältere Dame oder der ältere Herr freundlich lächelnd am Treppengeländer entlang nach oben schwebt.

Der Hängelift hängt – wie der Name schon sagt – an einer Vorrichtung, einer Schiene, die an der Flur- bzw. Treppendecke befestigt wird.

Die Treppenraupe ist mit ca. € 5.000,- recht preiswert. Dennoch ist davon wohl eher abzuraten. Ich persönlich möchte damit keine Treppe hinauffahren und auch keinem Rollstuhlfahrer als Begleiter dabei behilflich sein. Was ist, wenn…?

„Was man weiß, was man wissen sollte!“: Vorteile bzw. Nachteile der beiden Systeme:

Treppenlift

Der Treppenlift engt die Treppe in der Breite des Sitzes ein. (??)

Der Treppenlift ist fest montiert und auf eine Variante begrenzt, eben den fest montierten Sitz. Ein Transport mit einem Rollstuhl ist nicht möglich.

Der Treppenlift kostet ca. € 8.000,- bis € 10.000,- für jede Etage und ist damit preiswerter in der Anschaffung als der Hängelift. Aber Achtung: Die Folgekosten können erheblich sein, da diese Systeme mit Akkus betrieben werden, die immer wieder ausgetauscht werden müssen und nur bei dem Lieferanten des gekauften Systems nachbestellt werden können (Über Ersatzteile, die zwangsweise gekauft werden müssen, holen Hersteller oftmals erhebliche Zusatzgewinne herein!)

Beim Treppenlift benötigt der Rollstuhlfahrer eine Hilfe für den Sitzwechsel und einen weiteren Rollstuhl für jede Etage.

Hängelift

Der Hängelift ist außerhalb der Treppe ‚stationiert’, hält die Treppe frei.

Der Hängelift ist variabel einsetzbar: mit dem abgebildete Sitz als Grundfunktion (siehe zweites Bild), mit einem einhängbaren Rollstuhl (siehe erstes Bild), mit einem Rollstuhl-Adapter für den Besucher mit Rollstuhl (Rollstuhlfahrer haben öfter mal Freunde oder Bekannte im Rollstuhl!).

Der Hängelift kostet ca. € 15.000,- für eine Etage, ca. € 20.000,- für zwei Etagen und ca. € 23.000,- für drei Etagen. Ersatzteile oder Austauschteile fallen nicht an.

Beim Hängelift wird der eigene Rollstuhl eingehängt – der Rollstuhlfahrer kann sich ohne Hilfe in die nächste Etage bewegen und sich dort mit seinem Rollstuhl weiter bewegen.

Frage:
„Wenn ich aber doch noch gar keinen Rollstuhl brauche, dann komme ich doch auch mit dem bekannten Treppenlift aus?“
Antwort:
„Richtig, aber wie lange noch? Was ist in 5 oder 10 Jahren?“- Dieser Frage stellen wir uns aber nicht so gerne oder?

Und vielleicht noch eine Information zur Finanzierung:

Die Krankenkassen und Pflegekassen übernehmen nur einen Investitionszuschuss von ca. € 2.500,-. Das ist nicht viel.

a) Ich habe Erspartes
Da sind solche und ähnliche Fragen zu klären: Bin ich mir das wert? Ist mir die zusätzliche Lebensqualität so viel wert? Wie viel brauche ich noch für später? Was sollen meine Erben mal bekommen?

b) Ich habe kein Erspartes
Dann bin ich auf die Finanzierung durch andere angewiesen mit folgenden Möglichkeiten:
– Günstige Darlehen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
– Private Stiftungen (das ist gar nicht so selten)
– ‚Töpfe’ bei Stadt und Land
– Förderprogramme des Landes Bayern
Die Beratungsstelle für Senioren und Menschen mit Behinderungen kann zu Finanzierungsmöglichkeiten sicher die eine oder andere Auskunft geben.

Achtung!!!
Unterschreiben Sie keine ‚Besuchsberichte’ oder ähnliches, es könnte ein Vertrag damit verbunden sein. Auch in diesem Geschäft sind Vertreter mit nicht immer ganz sauberen Absichten unterwegs. Den Folgeärger sollten Sie sich sparen.

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Klaus Honsel

Ist Mitglied der Seniorenvertretung (2014 - 2020) im Seniorenbeirat der Stadt Würzburg, hat den Arbeitskreis 3 "Leben und Wohnen im Alter" der Seniorenvertretung bis August 2017 geleitet.

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