Seniorenvertretung bemängelt Mißstände bei der DAK

Und geht mit einem offenen Brief an die breite Öffentlichkeit.

Die einen bringen Geld, die anderen kosten Geld. Ist das der Grund dafür, dass die gesetzlichen Krankenkassen ihre jüngeren und gesunden Mitglieder mit attraktiven Bonusprogrammen und Wahlleistungen bevorzugen, dagegen die Alten, chronisch Kranken und Behinderten systematisch und dauerhaft benachteiligen?

In der letzten Zeit häufen sich die Beschwerden. Deshalb ging die Seniorenvertretung der Stadt Würzburg an die Öffentlichkeit.

Hier der Text des Briefes im Wortlaut:

Offener Brief der Seniorenvertretung der Stadt Würzburg an die DAK

In 2 zentralen Fragen der fachgerechten Versorgung von bei der DAK versicherten Seniorinnen und Senioren aus Würzburg und Umgebung bestehen aus Sicht der Seniorenvertretung seit mehr als 2 Jahren gravierende Missstände.

Da trotz intensiver Bemühungen der Seniorenvertretung eine befriedigende Lösung im Gespräch nicht gefunden werden konnte, fordert die Seniorenvertretung der Stadt Würzburg die DAK mit diesem offenen Brief auf, darzulegen, durch welche Maßnahmen seitens der DAK eine fachgerechte Versorgung künftig sichergestellt werden wird.

  1. Wohnortnahe geriatrische Rehabilitation als Sachleistung ohne Kostenbelastung der Versicherten über die gesetzliche Zuzahlung für stationäre Behandlungen hinaus. Mit Schreiben der DAK an alle Sozialdienste der Krankenhäuser der Region vom 19.05.2015 in dem eine Belegungsumsteuerung unter Ausschluss der beiden Würzburger geriatrischen Rehabilitationskliniken vorgenommen wird, erfolgt keine Regelversorgung von DAK Patienten in Würzburg mehr. Auf ausdrücklichen Wunsch wurden lediglich vereinzelt gesetzlich DAK Versicherte in Würzburg behandelt, unter der Voraussetzung, dass diese sich verpflichteten selbst Zusatzkosten von bis zu 1.500 € für eine vierwöchige stationäre geriatrische Rehabilitation (über die gesetzliche Zuzahlung hinaus) selbst zu übernehmen.

  2. Fachgerechte Hilfsmittelversorgung Seit über 2 Jahren werden medizinisch notwendige und korrekt als gesetzlich verpflichtend zu erbringende Sachleistung der DAK verordnete Hilfsmittel, wie z.B. Rollatoren, an pflegebedürftige zu Hause oder in Senioreneinrichtungen lebende Seniorinnen und Senioren als Paketlieferung in Einzelteilen zugestellt. Eine fachgerechte Montage, persönliche Anpassung und Einweisung – wie gesetzlich vorgeschrieben – erfolgt nicht.

Da aus Sicht der Würzburger Seniorenvertretung ein dringliches öffentliches Interesse an der raschen Klärung dieser beiden Fragen besteht, werden wir andere Interessenvertretungen der Senioren (BAGSO, Landesseniorenvertretung), Fachgremien, Rechtsaufsicht (Bundesversicherungsamt), Politik und Medien parallel in Kenntnis setzen. Die Seniorenvertretung der Stadt Würzburg
Würzburg den 30.04.2018

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