Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Am kommenden Montag findet die 2. Runde des Pflege-Dialoges statt, den Bundesgesundheitsminister Rösler initiiert hat.

Senioren-Organisationen fordern mehr Unterstützung für pflegende Angehörige
Anlässlich ihrer Teilnahme an der zweiten Runde des von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler initiierten „Pflege-Dialogs“ am 14. Februar 2011 in Berlin weist die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), Prof. Dr. Ursula Lehr, auf die große Bedeutung der Angehörigen für die Versorgung und Betreuung pflegebedürftiger Menschen hin: Tatsächlich werden etwa zwei Drittel der 2,2 Millionen Pflegebedürftigen zu Hause betreut; viele von ihnen fast ausschließlich durch Angehörige. Pflegende sind nach wie vor in der Mehrzahl Frauen, häufig ältere Frauen.
Doch die private Pflege – nicht selten rund um die Uhr und jahrelang – geht an die Substanz. Viele pflegende Angehörige fühlen sich allein gelassen mit ihren Sorgen und Nöten, sind körperlich und nervlich überlastet, reiben sich zwischen Beruf, Familie und Pflege auf und achten zu wenig auf ihre eigene Gesundheit.
„Die Pflege hilfsbedürftiger Menschen muss gesellschaftlich besser anerkannt werden“, so die Gerontologin und frühere Bundesministerin Ursula Lehr. „Wir brauchen eine Vielzahl unterschiedlicher – der jeweiligen Situation entsprechend – unterstützender und entlastender Angebote für Pflegepersonen. Die im Pflegeweiterentwicklungsgesetz bereits vorgesehenen Leistungen zur Unterstützung der häuslichen Pflege müssen bekannter werden, damit sie auch genutzt werden.“ Folgende Maßnahmen sind aus ihrer Sicht vorrangig zu ergreifen:
1. transparente, unabhängige und leicht zugängliche Informationen über Ansprü-che und Unterstützungsmöglichkeiten im Bereich der Pflege wie Pflegestützpunkte
2. die Ausweitung niedrigschwelliger Unterstützungsangebote, z.B. auch durch ehrenamtlich tätige Pflegebegleiter
3. Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Pflegepersonen wie Erholungsurlaube, gelegentliche Kuraufenthalte
4. die Ausweitung von Tagespflegeangeboten
5. betriebliche Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und häuslicher Pflege, z.B. flexible Arbeitszeitmodelle, betrieblich geförderte Tages-pflegeplätze, evtl. Organisation von Hol- und Bringdiensten sowie die von Bun-desseniorenministerin Schröder geplante Familienpflegezeit.
Das Thema „Beruf und Pflege“ war Gegenstand einer Fachtagung der BAGSO im September 2010; die Beiträge der Referentinnen und Referenten stehen unter www.bagso.de/1460.html zum Download zur Verfügung.

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