Im Fokus: Wer oder was bewegt bürgerschaftliches Engagement?

Jahrestagung der Freiwilligenagenturen 2014
Unter dem Motto »Wer oder was bewegt Engagement? Potenziale und Grenzen aus der Sicht von Freiwilligenagenturen« fand vom 10. bis 12. November 2014 in Augsburg die 19. Jahrestagung der bagfa und der Stiftung Mitarbeit statt. Die Jahrestagung ist mit 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die größte Fachtagung für Freiwilligenagenturen und interessierte Akteure der Engagementförderung. Die Auseinandersetzung mit dem Grundverständnis von bürgerschaftlichen Engagement und der Bedeutung von Infrastrukturen zur Förderung des Engagements konkretisierte sich an Themen wie Eigensinn, Partizipation, Inklusion, Daseinsvorsorge, Generationenbeziehung, Unternehmen sowie Finanzen und Förderung. Darüberhinaus präsentierten verschiedene Organisationen aktuelle Modellprogramme oder gute Ideen aus der Praxis. Ein großer Teil der Präsentationen sind nun online dokumentiert. Zum Abschluss der Tagung wurde die in den Debatten der Tagung entstandene Augsburger Erklärung von den Teilnehmenden im Konsens verabschiedet. Sie soll Impulse zur Weiterentwicklung des bürgerschaftlichen Engagements geben und als Orientierungsrahmen und Argumentationshilfe dienen.
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Bürgerschaftliches Engagement für mehr Bürgergesellschaft
Bürgergesellschaft ist ein viel strapazierter Begriff, der mancherorts nur als Summe organisierter Hilfsbereitschaften von Bürgerinnen und Bürgern verstanden wird. Bürgergesellschaft ist mehr: der Begriff steht für ein Netz von Vereinigungen im Dritten Sektor, für die öffentliche Sphäre, in der Vermittlungen zwischen aktiven Bürger/innen und staatlichen Institutionen gelingen und für eine »gute Gesellschaft«, die von »zivilen« Leitwerten und Praktiken geprägt ist. Bürgerschaftliches Engagement umfasst demnach freiwillige Mitarbeit, politische Beteiligung und die Stärkung von Leitwerten für einen zivilen Umgang in der Gesellschaft. Prof. Dr. Adalbert Evers, Justus-Liebig-Universität Gießen, eröffnete mit diesem differenzierten Blick auf die Bürgergesellschaft die diesjährige Fachtagung der Freiwilligenagenturen. Er machte deutlich: Engagementförderung bedeutet für Feiwilligenagenturen einen angemessenen Umgang mit der Vielfalt des Engagements und den Einsatz für Beteiligung und eine faire Verantwortungsteilung zwischen Politik und Bürger/innen, Professionellen und Engagierten.
Evers, Adalbert : Bürgerschaftliches Engagement für mehr Bürgergesellschaft. Was kann das heißen und was können Freiwilligenagenturen dazu beitragen?

Bürgerschaftliches Engagement und kommunale Daseinsvorsorge
Kommunale Daseinsvorsorge und Bürgerschaftliches Engagement zu verknüpfen, ist nicht neu. Schon die Einführung der Freiwilligen Feuerwehr Ende des 19. Jahrhunderts übertrug eine unverzichtbare Aufgabe der Gefahrenabwehr auf ehrenamtliche Vereine. Dennoch ist der Begriff bis heute juristisch und inhaltlich unscharf formuliert. Sicher ist: Bürgerschaftliches Engagement trägt in vielen Bereichen zur kommunalen Daseinsvorsorge bei. Dr. Thomas Röbke, Geschäftsführer des Landesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement Bayern, wirft in seinem Gastbeitrag einen praxisnahen Blick auf das spannungsreiche Verhältnis von Engagement und Daseinsvorsorge.
Röbke, Thomas : Bürgerschaftliches Engagement und kommunale Daseinsvorsorge – Eine spannungsreiche Beziehung

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