Gemeinsam, aktiv und fröhlich älter werden

Würzburger suchen Immobilie für besondere Senioren-WG.

Laut einer Forsa-Umfrage können sich 18 Prozent der über 60-Jährigen vorstellen, in einer Senioren WG zu leben, am liebsten im gemeinsamen Haus, aber jeder mit einer eigenen, barrierefreien Wohnung. Dort sei man nicht allein, könne zusammen aktiv werden, pflege die Geselligkeit und werde sich gegenseitig beim Älterwerden unterstützen, so die Wunschvorstellung.

Auch eine Würzburger Jungseniorengruppe will innerhalb der nächsten Jahre eine Wohngemeinschaft aufbauen. Nach ersten Erfahrungen ist es aber nicht leicht , geeigneten Wohnraum in der Stadt zu finden. Gesucht wird eine Immobilie in der Innenstadt mit seniorengerechten Wohnungen. Sanierung oder Umbau alter Gebäude wären möglich.

Das Projekt nennt sich „Happy-End-AG“, Altersgemeinschaft für solidarisches und selbstbestimmtes Wohnen und Leben. Das Besondere: Die Teilnehmer wollen im Ruhestand einen eigenen Beitrag in die Gesellschaft einbringen. „Viele von uns arbeiten in einem sozialen Beruf und haben entsprechende Kompetenzen. Wir stellen uns vor, im künftigen Wohnviertel Altenarbeit zu leisten, von Senioren für Senioren. In einem Gemeinschaftsraum könnten wir verschiedene Dienste anbieten,“ erklärt Ursula Wichmann, Sozialpädagogin und Leiterin des Würzburger Aktivbüros, das Konzept. „Wichtig ist uns, dass das Projekt weitergehen kann, so dass später auch andere davon profitieren.“ Nicht jeder habe eigene Kinder, so könnten eingebrachte Mittel in einen solidarischen Fond eingehen. Gedacht ist an eine Stiftung, auch Partner wie Kirche oder Klöster sind willkommen.

Geboren wurde die Idee vor fünf Jahren in einem Workshop über alternatives Wohnen mit 60 Teilnehmern. Geblieben ist ein Kern von 12 Interessierten, darunter Sozialpädagogen, Techniker, ein Rechtsanwalt. Mittlerweile sind sie zwischen 50 und 62 Jahre und natürlich noch beruflich aktiv im sozialen, politischen und kulturellen Leben der Stadt. Sich frühzeitig mit dem eigenen Alter zu beschäftigen, sei nicht selbstverständlich, weiß Sibylle Hafner-Lurz, Regierungsschuldirektorin. Als Jüngste der Gruppe hat sie noch 15 Jahre bis zum Ruhestand. Wie die anderen ist sie derzeit mit ihrer Lebenssituation zufrieden, aber das Umfeld werde sich verändern, Familien gehen auseinander. „Keiner von uns muss morgen die Wohnung wechseln, dennoch darf man mit so einem Projekt nicht bis 70 warten“, ist sie überzeugt.

Rückenwind bekommen die Initiatoren von der Stadt. Die Zahl der älteren Menschen über 60 steige, rechnet Volker Stawski, Leiter des Seniorenbüros in der Karmelitenstraße, vor. Sie alle, mehr Frauen als Männer, müssen in den kommenden Jahrzehnten versorgt oder gepflegt werden. Auf staatliche Hilfe allein könne man sich nicht verlassen. Eigeninitiative sei gefragt und Hilfe zur Selbsthilfe notwendig. SeniorenWGs machten da Sinn. Neben mitmenschlicher Wärme spare die gegenseitige Unterstützung und die mögliche ambulante Pflege für mehrere auch Kosten. Und Stawski ist optimistisch, dass die Gruppe es schafft: „Jetzt kommt die Generation. die schon immer selbst gestaltet hat.“ Sonderschullehrerin Hiltrud Eckl pflichtet ihm bei: „Wir sollten es jetzt in die Hand nehmen, denn wir haben das Know how“.
Kontakt: Volker Stawski, Tel. 0931-37-3515

Bildunterschrift vl: Ursula Wichtermann, Volker Stawski, Sibylle Hafner-Lurz, Hiltrud Eckl
Foto: Ebba Lorenzen

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