Finale der Städtewette

Nun sind die 70.000 geknackt!

Mit einem solchen Endspurt konnte man auch nach über 250 Aktionen in sechs Wochen nicht unbedingt rechnen. Gestern zog Oberbürgermeister Georg Rosenthal eine vorläufige Bilanz zur Städtewette und präsentierte in der Pressekonferenz noch stolz das Zwischenergebnis von 62.438 € – 24 Stunden später und somit beim letzten offiziellen Zwischenstand vor der Endabrechnung sind noch einmal fast 10.000 € dazu gekommen: 72.288 € bedeuten für Würzburg nun sogar Platz fünf im Vergleich mit 24 Städten. Astrid Merkl von der Stiftung „Menschen für Menschen“ in München hatte bei der Bilanz gestern die Vielzahl der kreativen Aktionen in Würzburg besonders herausgestellt, in Würzburg sei ein vergleichsweise geringer Anteil Großspenden zuzuordnen. Die hohe Identifikation der Würzburger mit der Sammel-Kampagne bewies ihr auch gleich der Taxifahrer auf der Fahrt vom Hauptbahnhof zum Rathaus, natürlich hatte auch er seinen Beitrag für Bildungsprojekte in Äthiopien schon geleistet.

Merkl übermittelte den Dank von Almaz und Karlheiz Böhm. Und natürlich gilt: Städtewetteschulden sind Ehrenschulden. Almaz Böhm wird im Januar zusammen mit dem Circus Mother Africa Würzburg besuchen. Für die Stiftung beginnt mit dem Ende der Aktion am Donnerstag um 23.59 Uhr, Teil zwei der Arbeit. Spendenquittungen werden ab einer Höhe von 30 Euro ausgestellt, soweit sie Einzelpersonen zugeordnet werden können. Bei mittlerweile 2,4 Millionen Euro, die bundesweit gesammelt wurden, eine weitere logistische Herausforderung einer Organisation, die stolz darauf ist, mit einer schlanken Verwaltung auszukommen.

Und wer profitiert jetzt ganz konkret? Die Spenden aus Würzburg tragen zum Bau der Toba Edget Higher Primary School bei. Der Neubau wird noch 2011 beginnen und voraussichtlich 12 bis 18 Monate dauern. Langfristiges Ziel ist es, das Bildungsniveau in der Region Jimma in Südwestäthiopien anzuheben. Die Projektkosten sind mit 220.000 € veranschlagt. 1845 Schülerinnen und Schüler bekommen dadurch bessere Zukunftschancen.

Und es sind insbesondere auch die Würzburger Schulen, die sich mit einem solchen guten Zweck stark identifizieren. 1200 € übergaben am Donnerstag Christiane und Jan Endres vom Elternbeirat zusammen mit dem Schulleiter der Grundschule Heuchelhof Leonard Blaum aus einem Kuchenverkauf der Extraklasse. Über 70 Kuchen hatten Eltern gebacken und die Grundschüler verkauft oder selbst verputzt. Der Schulleiter rundete die stattliche Summe noch einmal auf. In der Franz-Oberthür-Schule stand neben Kuchen auch noch etwas Herzhaftes auf dem Städtewette-Speiseplan: hausgemachter Leberkäs nach dem Rezept von Fachlehrer Tino Müller. Der Pausensnack brachte rund 700 Euro. Die Berufsschüler Gustavo Rivas und Bastian Janicek überreichten zusammen mit Schulleiter Uwe Tuschku und der Fachbetreuerin Sylvia Franz-Bürger einen symbolischen Scheck an den Wettpaten Rosenthal, der sich einmal mehr für den hohen persönlichen Einsatz – sogar vor anstehenden Prüfungen – bedankte.

„Menschen für Menschen – der Name der Stiftung ist in Würzburg zum Programm geworden“, hatte der Oberbürgermeister bereits in der Pressekonferenz die vielen guten Ideen und Taten in sechs Wochen gelobt.

Zum Ende der Städtewette geht es wirklich „Scheck auf Scheck“: Radio-Charivari-Moderatorin Sabrina Kemmer drückte direkt nach der Pressekonferenz dem Oberbürgermeister einen weiteren Einzahlungsbeleg in die Hand: 600 Euro aus einer Autowaschaktion polieren das Konto weiter auf. Und apropos glänzende Autos: Der offizielle Mercedes-Benz 300SL-Club aus Oldenburg bedankte sich für das rundum gelungene Jahrestreffen in Würzburg Ende Mai mit einer Spende in Höhe von 1.250 € – in Anspielung auf das Jubiläum „125 Jahre Automobil“. Der Beitrag der Flügeltürer ist nur eines von vielen Beispielen für Sammelbereitschaft weit über die Stadtgrenzen hinaus. Auch in der Partnerstadt Suhl solidarisierte sich beispielsweise der Seniorenbeirat und der Sportbund gleichermaßen mit Würzburg wie Äthiopien. Unter den vielen Aktionen verdient eine sicher noch besondere Erwähnung: Gisela und Klaus Macek sind der Stiftung „Menschen für Menschen“ schon lange treu. Dies zeigte sich auch bei ihrer Hochzeit am 28. Mai. In den Einladungskarten hatten sie für einen Beitrag zu den Flittertagen und die „Karlheinz-Böhm-Stiftung“ gebeten. Eine Geste, die bei Familie und Freunden sehr gut ankam und das Würzburger Städtewettekonto um weitere 1000 Euro füllte.

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