Chancen und Risiken in der digitalen Welt – ein Tagungsbericht

Internet: nein danke!
Foto: Gerd Altmann - pixelio.de
Internet – das brauche ich doch nicht. Außerdem ist es viel zu gefährlich.“ Diesen Vorbehalt hört man oft, wenn man mit älteren Menschen spricht, die bislang den Weg ins Internet noch nicht gefunden haben. Verwunderlich ist dieser Eindruck nicht, denn die Medienberichterstattung konzentriert sich vorwiegend auf die Gefahren, die die Nutzung der digitalen Welt mit sich bringt.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat sich dieser Thematik angenommen. Auf seiner Tagung „Chancen und Risiken in der digitalen Welt“ ergriffen vom 7. bis 8.10.2010 rund 50 seiner Mitgliedsverbände die Gelegenheit, sich über Projekte, die die Medienkompetenz der Nutzerinnen und Nutzer stärken, zu informieren und Hilfen für ihre eigene (Verbands-)Arbeit mit älteren Menschen zu entwickeln.
Die Initiative „Internet erfahren“ des Bundeswirtschaftsministeriums war dabei gleich mehrfach vertreten. Markus Marquard vom Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Ulm (ZAWiW) führte anhand aktueller Zahlen in die Thematik der Internetnutzung älterer Menschen ein. „Die Älteren sind im Netz immer noch deutlich unterrepräsentiert. Ab dem 60. Lebensjahr sinkt die Zahl der Onliner rapide.“

Als eine Ursache wurde festgehalten, dass vielen Menschen Erst-Erfahrungsmöglichkeiten in kompetenter Nutzung fehlen. So betonte einer der Referenten: „Wenn ich den Nutzen nicht sehe, dafür aber überall von Risiken höre: Warum sollte ich als älterer Mensch den ersten Schritt ins Netz machen? Es fehlt nicht an Internet- und EDV-Kursen, es fehlen Erst- Erfahrungsräume.“
Genau an diesem Punkt setzt die Initiative an. Die BAGSO schafft mit ihren Mitgliedsverbänden diese Räume, die Betreuer vor Ort erhalten Unterstützung durch das Internet- Paten-Programm des Kompetenzzentrums TDC. Wer noch mehr machen möchte, kann eine der Multiplikatorenschulungen der Stiftung Digitale Chancen buchen.
Regen Zuspruch erfuhren die vier Arbeitsgruppen, die an beiden Tagen angeboten wurden. Die Gruppe von Markus Marquard hatte die schwierigste Aufgabe übernommen. Sie sammelte Positionen und Forderungen zum Internet als „Medium gesellschaftlicher Teilhabe“. Frederik Leven vom Verbraucherzentrale Bundesverband gab Einblicke in die Arbeitsweise von YouTube, Flickr und Co. und begeisterte durch eine praktische Übung. Mithilfe einer Kamera konnten die Gruppenmitglieder kleine Filme aufnehmen, schneiden und veröffentlichen. „Mit neuen Medien Gruppen vernetzen“ war die Aufgabe, die Daniel Hoffmann vom KDA zufiel. Er konnte dabei auf die jahrelange Erfahrung zurückgreifen, die er als Redakteur des Forums Seniorenarbeit NRW gesammelt hat.
Orientierungshilfen für die Suche im Internet erarbeitete eine andere Arbeitsgruppe. Viele bewegen sich zwar auf bekannten Seiten in der digitalen Welt. Bei der Recherche wird auf Suchmaschinen wie Google zurückgegriffen. Deren Ergebnisse sagen nichts über die Seriosität der Angebote aus. Eine Checkliste zur Seriosität von Internet-Angeboten bietet Hilfe. Zum Abschluss meinte eine der ITLandfrauen: „Hier haben wir viele hilfreiche Tipps erhalten, wie wir auch bei uns Internet-Erfahrungsräume schaffen können. Damit diese auch Anklang finden und genutzt werden, fehlt aber noch etwas Wesentliches: ein schneller Internet-Zugang!“

Der Text erschien erstmalig in den BAGSO-Nachrichten 1.2011. Sie können ein Exemplar kostenlos anfordern bei der Pressereferentin Ursula Lenz: lenz@bagso.de.

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Guido Steinke

Als Referent für Neue Medien bei der BAGSO Service GmbH, einer Tochter der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (kurz: BAGSO) kümmere ich mich (mit meinen Kolleginnen) um die praktische Umsetzung der Initiative „Internet erfahren“ des Bundeswirtschaftsministeriums (www.internet-erfahren.de), bei dem die BAGSO einer der Partner ist. Daneben liegen meine Arbeitsschwerpunkte als Mitinhaber der Rechtsanwaltskanzlei Steinke & Huber beim Verbraucherrecht, insbesondere den - neuen Medien (Fernabsatzrecht, Datenschutz, Wettbewerbsrecht, Domainnamen, Urheberrecht, Telekommunikationsrecht) und - Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen).

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